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Die Energiekosten für Immobilien steigen kontinuierlich und das Einsparungspotential ist enorm. 80% aller Immobilien wurden vor 1979 erbaut. Gerade Immobilien, die bis in die 70 er Jahre gebaut wurden, haben überwiegend sehr hohe Energieverluste. Zu dieser Zeit waren die Energiekosten verhältnismäßig niedrig und mit wenig Material wurde viel Wohnraum geschaffen. Auch mit der Höhe der Heizkosten steigt und fällt die Attraktivität einer Immobilie. Diese "zweite Miete" ist oft mitentscheidend für die Vermietbarkeit oder den Kaufpreis.
Welche Energieträger für die Warmwassergewinnung und das Beheizen von Immobilien können wir in Zukunft nutzen, welche sind vertretbar, welche bezahlbar? Regelmäßig bringen Ewiggestrige aus Wirtschaft und Politik das Thema Atomkraft als vermeindlich preiswerten und sicheren Energieträger für den Grundlastbetrieb von Kraftwerken ins Gespräch. Für die Energieversorger ist diese Form der Stromgewinnung überaus profitabel. Das seinerzeit einzige Endlager in Morsleben wurde geschlossen und muß saniert werden. Die Sanierungskosten in Höhe von ca. 2,2 Milliarden Euro tragen nicht die Energieerzeuger, sondern bleiben am Steuerzahler hängen. Die Zukunft für die sichere Lagerung der atomaren Abfälle ist somit ungewiß. Regelmäßig werden wir über nebensächliche und unbedeutende Störfällen informiert, es ist bisher noch "gut" gegangen. Die Katastrophe von Tschernobyl ist wohl bei vielen Menschen in Vergessenheit geraten, die Atomkraft ist totsicher.
Generell ist das Heizen mit Strom eine unsinnige Lösung. Zuerst wird mit einem miserablen Wirkungsgrad von 30-35% in einem typischen Großkraftwerk aus fossiler Energie Strom erzeugt. Dieser gelangt dann mit Leitungsverlusten in die Haushalte und wird dort wieder in direkte Wärme umgewandelt. Für 3 kWh Wärmeleistung in der Wohnung werden somit etwa 10 kWh in die Umwelt verheizt. Nicht umsonst versuchen die Stromanbieter, Kunden mit einem Zuschuß für die Umstellung auf das "umweltfreundliche" oder"emissionsfrei" Heizen mit Strom langfristig zu binden und das auch noch als vermeindliches "sparsames Heizen" zu verkaufen. Immer dann, wenn die Energiepreise ansteigen, werden die Rufe nach den Wärmepumpen als bahnbrechende Lösung lauter. Ca. 1/4 der Nutzenergie muß an elektrischer Energie zugeführt werden. Wärmepumpen sind daher nur bedingt nutzbar. Die Mindest-Jahresarbeitszahl ist entscheidend für den Wirkungsgrad der Pumpe und ist Abhängig vom wärmegebenden Medium. Die Heiztemperatur sollte man möglichst niedrig halten, das erfordert große Heizflächen.
Bei dem konventionellen Erdölabbau haben wir bereits vor wenigen Jahren die maximale Förderkapazität erreicht. Neue Funde können den steigenden Verbrauch nicht mehr ausgleichen. (Seit Mitte der 60 er Jahre wird tendenziell immer weniger Öl gefunden) strukturelle Umbrüche an den Weltmärkten sind die Folge. Der globale Ölbedarf steigt weiterhin an und damit auch der Preis. Ein Ausweichen auf Erdgas ist auch keine Lösung, weil auch dort bald die Grenze der Förderung erreicht wird. Unter der Berücksichtigung einer weiter zunehmenden Substitution von Erdöl durch Erdgas ist es eher unwahrscheinlich, dass wir in ca. 10-20 Jahren noch "bezahlbares" Gas geliefert bekommen.
Wasserstoff als "sauberer" Energieträger der Zukunft ist aufgrund des hohen Energieaufwands für Herstellung, transport und Lagerung auszuschließen.
Windkraft kann nur als eine Ergänzung gesehen werden, da sie nur zeitlich begrenzt zur Verfügung steht.
Photovoltaik ist bei dem derzeitigen Wirkungsgrad von ca. 11% noch keine Alternative. Dieses wird sich hoffentlich im Laufe der Jahre noch ändern. Die derzeitige Politik in Deutschland, wo der normale Stromkunde diese Anlagen hoch subventioniert, ist auf der Welt einmalig und aus meiner Sicht mehr als fragwürdig.
Der Energielieferant der Zukunft wird die Sonne sein. Sie liefert in Deutschland eine durchschnittliche jährliche regional abhängige Strahlung zwischen 900-1200 kWh/qm. Diese Energiequelle ist unerschöpflich und kostenlos. Solare Warmwassererzeugung und ein großer Pufferspeicher ersetzen für mehr als 6 Monate im Jahr die klassische Warmwassererzeugung durch Heizung, die zu dieser Zeit ohnehin mit einem schlechteren Wirkungsgrad arbeitet. Eine solare Heizungsunterstützung ist sinnvoll, aber nicht immer möglich.
Die Pellet-Heizung, sowohl zentral oder auch dezentral ist auch eine interessante Möglichkeit der Wärmegewinnung. Abgesehen von den relativ hohen Anschaffungskosten und den Platzbedarf eines Raumes als Lager gibt es hier noch eine größere Anzahl von Lieferanteten und dadurch moderate Preise für Pellets. Die ideale Lösung ist, bei dem Neubau eines sehr gut wärmegedämmten Wohnhauses, einen wärmegedämmten, geschichteten Wassertank (für ein EFH etwa. 60-80tL) in die thermische Gebäudehülle einzuplanen. Das Wasser wird in den Sommermonaten durch eine ausreichend dimensionierte Solaranlage auf über 90°C aufgeheizt. In den Wintermonaten wird die Energie über große Heizflächen an den Wohnraum abgegeben. Diese Lösung ist auch teilweise bei Gebäuden im Bestand umsetzbar. Eine solche Maßnahme wird wohl leider für Eigentümer und Bewohner von großen MFH auf absehbare Zeit eine Vision bleiben.
Die steigenden Energiekosten werden wir nicht verhindern können. Wir können das Problem nur abfedern, indem wir den Energieverbrauch deutlich reduzieren und die verbleibende Energie wesentlich besser nutzen. Die Kraftwärmekopplung (BHKW) ist ein Beispiel dafür. Diese Lösung ist für große Wohnanlagen und Industriebetriebe ideal und auch schon für größere EFH nutzbar. Die Abwärme bei der Stromerzeugung wird zum Heizen genutzt. Bei Großkraftwerken müssen Kühltürme der Vergangenheit angehören und den Fernwärmeleitungen weichen.
Nur Immobilien mit einer gut isolierten thermischen Außenhülle und einer durchdachten Anlagentechnik können dieses notwendige Einsparpotential leisten. Mit z.B. einer Solaranlage mit Heizungsunterstützung, einem Holzvergaserofen mit Wassertasche (93% Wirkungsgrad) in Wohnzimmer oder Keller und einem großen Schichtenspeicher, ist der Wunsch nach Unabhängigkeit von Gas und Öl schon heute realisierbar!
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