Das Gebäudeenergiegesetz ersetzt zukünftig die EnEV 

Das neue Gebäudeenergiegesetz soll zukünftig EnEV, EEWärmeG und EnEG zusammenführen und ersetzen.  2018 soll das GEG in Kraft treten.

Die wichtigsten Neuerungen:

• Niedrigstenergiestandard für öffentliche Nichtwohngebäude (entspricht KfW Effizienzhaus 55)
• Primärenergiefaktoren für Neubau jetzt nach DIN 18599
• Die DIN 4108-6 läuft zum Ende 2018 aus, danach gilt nur noch die DIN 18599
• Die Effizienzklassen werden auf Primärenergiebedarf / Verbrauch bezogen
• Referenzgebäude bleiben unverändert, lediglich Brennwert-Öl wird durch Brennwert-Gas ersetzt 

Fazit:

Durch das GEG wird sich die Effizienzklasse bei dem Großteil der Wohngebäude im Bestand verschlechtern. Bisher bezogen sich die Effizienzklassen auf den Endenergiebedarf/ Verbrauch. (Die Endenergie umfasst die Nutzenergie eines Gebäudes und die Anlagen/ Heizungsverlußte.) Im GEG beziehen sich die Effizienzklassen auf den Primärenergiebedarf/ Verbrauch. (Die Primärenergie umfasst die Endenergie zugüglich der außerhalb des Gebäudes benötigten Energie für Beschaffung, Umwandlung und Transport.)

Viele Gebäude werden mit fossilen Brennstoffen beheizt. Besonders negativ wirkt sich die Änderung bei dem Energieträger Strom aus. Der Primärenergiebedarf/ Verbrauch ist hier wesentlich höher als der Endenergiebedarf/ Verbrauch. Positiv wirkt sich die Änderung bei regenerativen Energieträgern wie Holz und Pellets aus.

Beispiel:

Mit Strom als Energieträger wechselt die Effizienzklasse mit dem GEG von F nach H!

Empfehlungen für die Verbesserung der Energieeffizienz (GEG § 84)

(1) Der Aussteller hat bestehende Gebäude, für die er einen Energieausweis erstellt, vor Ort zu begehen oder sich für eine Beurteilung der energetischen Eigenschaften geeignete Bildaufnahmen des Gebäudes zur Verfügung stellen zu lassen und im Energieausweis Empfehlungen für Maßnahmen zur kosteneffizienten Verbesserung der energetischen Eigenschaften des Gebäudes (Energieeffizienz) in Form von kurz gefassten fachlichen Hinweisen zu geben (Modernisierungsempfehlungen), es sei denn, die fachliche Beurteilung hat ergeben, dass solche Maßnahmen nicht möglich sind. Die Modernisierungsempfehlungen beziehen sich auf Maßnahmen am gesamten Gebäude, an einzelnen Außenbauteilen sowie an Anlagen und Einrichtungen im Sinne dieses Gesetzes.

Fazit:

Für die Erstellung des Energieausweises werden mehrere Bildaufnahmen benötigt,  auf denen der energetische Zustand der thermischen Gebäudehülle oder einzelner Gebäudeteile erkennbar ist. (Bei Stichprobenkontrollen werden neben den bisherigen Daten auch diese Bilder von den Bezirksregierungen wahrscheinlich mit  angefordert.)

  • Verschiedene Außenaufnahmen,
  • Aufnahmen von der Heizung/ Wärmeverteilung mit Pumpe,
  • Aufnahmen vom unbeheizten Dachboden/ Spitzboden,
  • Aufnahmen von der Kellerdecke,
  • Aufnahmen von Fenster und Außentüren.

 

Quelle: Referentenentwurft vom 24.01.2017